Warum der 4-Jahres-Gaming-Zyklus bei Simulatoren vielleicht gar nicht gilt!
Eine aktuelle datenbasierte Analyse zu Steam-Tags kommt zu dem Ergebnis, dass viele Gaming-Trends im Durchschnitt einen Aufschwung von etwa vier Jahren durchlaufen. Dabei wird zwischen kurzfristigen Hypes, modischen Genrephasen und stabileren Klassikern unterschieden. Siehe hier: https://arxiv.org/html/2506.08881v1?utm_source=chatgpt.com
Gerade beim Simulationsgenre lohnt sich hier aber ein genauerer, kritischer Blick.
Denn aus meiner Sicht funktionieren Simulationen oft strukturell anders als klassische Hype-Genres. Ein Battle Royale, ein Survival-Hype oder ein Roguelike kann sehr schnell stark wachsen und ebenso schnell wieder abflachen. Bei Simulatoren sehen wir dagegen häufig ein anderes Muster: langsamer Start, stetiger Ausbau und sehr lange Stabilität.
Genau hier ist Euro Truck Simulator 2 ein sehr starkes Beispiel. Das Spiel erschien bereits 2012 und ist damit weit über den angesprochenen Vier-Jahres-Zeitraum hinaus aktiv. Gleichzeitig verzeichnet es noch immer hohe Spielerzahlen, kontinuierliche DLC-Veröffentlichungen und eine außergewöhnlich starke Langzeitbindung. Erst vor wenigen Monaten erreichte das Spiel sogar neue Rekordwerte bei den gleichzeitigen Spielern – mehr als ein Jahrzehnt nach Release.
Das ist kein klassisches Muster eines kurzfristigen Trends. Vielmehr wirkt das Spiel heute fast stärker wie ein laufendes Ökosystem als wie ein einzelner Titel.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei OMSI 2. Auch dieser Titel ist seit vielen Jahren auf dem Markt und bleibt weiterhin stark in der Community präsent. Neue Karten, Add-ons, Mods und Community-Projekte sorgen dafür, dass ältere Simulationen nicht einfach an Relevanz verlieren.
Genau hier liegt aus analytischer Sicht der vielleicht wichtigste Unterschied: Simulatoren folgen häufig keinen Trendzyklen, sondern eher Infrastruktur-Zyklen.
Spieler investieren hier nicht nur Zeit, sondern oft auch langfristig in ihr Setup und ihr persönliches Spielökosystem. Dazu gehören DLCs, Mods, Karten, Hardware wie Lenkräder oder Controller, Routinen, Lieblingsstrecken und Gewohnheiten. Dadurch entsteht eine deutlich stärkere Bindung als bei klassischen Hype-Spielen.
Wer 1000, 2000 oder 3000 Stunden in eine Simulation investiert hat, springt in vielen Fällen nicht einfach zum nächsten kurzfristigen Genretrend.
Auch Studien zur Spielerbindung zeigen, dass Retention stark von Fortschritt, Routine und sozialer Einbindung abhängt. Genau diese Faktoren sind im Simulationsgenre besonders stark ausgeprägt.
Deshalb ist die eigentliche analytische These aus meiner Sicht nicht, dass die Vier-Jahres-Studie falsch ist. Vielmehr könnte es sein, dass sie auf Simulatoren nicht in gleicher Form anwendbar ist.
Vielleicht sind Simulationen eben weniger ein Trendgenre – und viel stärker ein dauerhaftes Nutzungsgenre mit Langzeitbindung.
Gilt der Vier-Jahres-Zyklus für Simulatoren aus deiner Sicht? Spielst du ETS 2 oder OMSI heute noch? Wie wichtig sind DLCs und Mods für dich? Sind Simulatoren für dich eher Langzeitspiele?
Über den Autor
Ich bin der fleißige Schreiber der Artikel für die Simulatoren-News.
Falls ihr Fragen zu Artikeln etc. habt, meldet euch bitte beim Team über das Ticketsystem oder gerne auch per WhatsApp: +49 1567 8431507.
Kommentare