90 % sagen: Der Ton ist rau – wie lange will die OMSI-Community noch wegsehen?

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Vor genau drei Tagen haben wir über den rauen Ton in der OMSI-Community berichtet und haben die folgende Frage in den Raum gestellt: Sehen wir das nur so – oder empfindest du den Umgangston genauso als problematisch?

Also haben wir eine Umfrage gestartet. Vollständig anonym. Jede Frage war hier freiwillig, jede Antwort überspringbar, daher entstehen auch unterschiedliche Teilnehmerzahlen je nach Frage. Ziel war einzig und allein ein ehrliches Stimmungsbild zur aktuellen Kommunikationskultur. Zustimmung und Widerspruch waren gleichermaßen willkommen.

Was dann passiert ist, hat uns ehrlich beeindruckt: 225 Teilnehmer innerhalb von zweieinhalb Tagen. Wir haben die Umfrage bereits gestern Abend geschlossen, um sie sauber auswerten zu können. Und an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an jeden Einzelnen, der sich beteiligt hat. Besonders bedanken möchten wir uns für die vielen ausführlichen Texte in den Freifeldern. Da waren ehrliche Gedanken, Frust, konstruktive Ideen – und ja, teilweise richtig schöne, reflektierte Beiträge dabei.

Und jetzt kommen wir zu den Ergebnissen. Und die sind – man muss es so sagen – heftig!

Gleich die erste Frage: Wie würdest du den allgemeinen Umgangston in der OMSI-Community aktuell bewerten?
Über 90 Prozent empfinden ihn als „eher rau“ oder „sehr rau“. Und fast drei Viertel – konkret 74,66 Prozent, also 166 von 224 Teilnehmern – sagen sogar klar: sehr rau. Das ist kein leichtes Stirnrunzeln. Das ist ein klares Signal.

Die nächste Frage legt noch einmal nach: Hast du persönlich schon einmal einen unangemessenen Kommentar erlebt?
Hier sagen über 92 Prozent: Ja. Und über 85 Prozent berichten sogar, dass sie das mehrfach erlebt haben. Mehrfach. Das heißt, wir sprechen hier nicht von vereinzelten Ausrutschern. Wir sprechen von wiederkehrenden Erfahrungen.

Und dann wird es besonders interessant: Fühlst du dich als neuer oder fragender Nutzer willkommen?
Über 84 Prozent fühlen sich eher nicht oder gar nicht willkommen. Und knapp zwei Drittel – 63,84 Prozent – fühlen sich sogar ausdrücklich gar nicht willkommen. Wenn eine Community neue Leute nicht abholt, sondern abschreckt, dann ist das kein kleines Problem. Das ist ein strukturelles.

Natürlich wollten wir auch wissen: Woher kommt das?
Die häufigsten Antworten in der Mehrfachauswahl waren klar:
Über 80 Prozent sehen die Ursache in der Dominanz einzelner User.
Knapp 60 Prozent nennen eine gewachsene Insider-Kultur.
Und 37,5 Prozent sehen fehlende Moderation als einen Hauptfaktor.

Besonders spannend waren die freien Texte. Jeder vierte Teilnehmer hat hier etwas geschrieben – und das ist alles andere als selbstverständlich. Dort wurden weitere Punkte genannt: Publisher, falsche Auswahl von Teammitgliedern, Bevorzugung bestimmter Nutzer – insbesondere von Mod- oder Addon-Erstellern. Dieser Punkt wurde allein zwölfmal explizit erwähnt und scheint vielen wichtig zu sein. Auch das Thema Trolle wurde mehrfach angesprochen – nicht nur ihr Verhalten, sondern die Tatsache, dass sie teilweise viel Raum und Aufmerksamkeit bekommen.

Dann kommt eine Frage, die es in sich hat: Denkst du, dass bestimmte bekannte Mitglieder anders behandelt werden als normale Nutzer?
Fast 90 Prozent sagen: Ja. Nur rund 3 Prozent sehen das nicht so. Das ist kein knappes Meinungsbild. Das ist eine klare Wahrnehmung.

Und auch bei der Frage nach der Moderation wird es deutlich: Über 83 Prozent empfinden, dass Moderation eher selten oder nicht ausreichend eingreift. Mehr als die Hälfte sagt sogar ganz klar: nicht ausreichend. Das ist keine persönliche Kritik an einzelnen Personen – sondern eine kollektive Wahrnehmung, die man ernst nehmen sollte.

Besonders auffällig ist die Frage nach Resignation oder Konfliktvermeidung im Team: Über 91 Prozent glauben, dass das eine Rolle spielt. Das ist eine enorme Zahl. Und sie zeigt, dass viele nicht nur Symptome sehen, sondern strukturelle Ursachen vermuten.

Zum Abschluss wollten wir wissen: Wer trägt die größte Verantwortung für das Klima?
Über 85 Prozent sehen langjährige Nutzer in der Verantwortung. Gleichzeitig sagen über 43 Prozent, dass auch die Moderation eine große Verantwortung trägt. Hier war eine Mehrfachnennung möglich – und genau das zeigt: Die Community differenziert. Es ist kein einfaches „die da oben sind schuld“. Es ist ein Zusammenspiel.

Was bleibt?

Wir haben die Zahlen nun offen auf dem Tisch. Und die sind deutlich. Aber Zahlen allein verändern noch nichts. Entscheidend ist, was wir daraus machen.

Wenn über 90 Prozent den Ton als rau empfinden, ist das kein individuelles Empfinden mehr – das ist ein Klima. Wenn sich ein Großteil neuer oder fragender Nutzer nicht willkommen fühlt, dann ist das ein Warnsignal. Wenn die Mehrheit glaubt, dass bekannte Mitglieder anders behandelt werden, dann ist das ein Vertrauensproblem. Und wenn Moderation als nicht ausreichend wahrgenommen wird, dann ist das zumindest ein Ansatzpunkt für Gespräche.

Was könnte man daraus ableiten?

Erstens: Transparenz – weil über 83 % Moderation als „nicht ausreichend“ wahrnehmen.
In der Umfrage gaben über 83 % an, dass Moderation „eher selten“ oder „nicht ausreichend“ eingreift. Mehr als die Hälfte sagt sogar klar: nicht ausreichend. Gleichzeitig glauben über 91 %, dass Resignation oder Konfliktvermeidung im Team eine Rolle spielen. Das sind keine Randzahlen. Das ist eine deutliche Wahrnehmung.
Hier stellt sich ganz konkret die Frage: Wird vielleicht moderiert – aber die Community bekommt es nicht mit? Wenn Prozesse intern laufen, Entscheidungen aber nicht transparent kommuniziert werden, entsteht schnell der Eindruck von Untätigkeit. Und genau dieser Eindruck frisst Vertrauen. Würde mehr Transparenz nicht genau hier Druck aus dem Kessel nehmen? Würde eine klare, nachvollziehbare Kommunikation nicht auch die Moderation selbst entlasten, statt sie weiter unter Verdacht zu stellen?

Zweitens: Gleiche Regeln für alle – weil fast 90 % eine Ungleichbehandlung wahrnehmen.
Fast 90 % der Teilnehmer glauben, dass bekannte Mitglieder anders behandelt werden als normale Nutzer. Nur etwa 3 % sehen das nicht so. Das ist ein massives Signal. Selbst wenn intern möglicherweise keine Bevorzugung stattfindet – die Wahrnehmung ist da. Und Wahrnehmung ist Realität für die Community.
Hier braucht es klare Maßstäbe und sichtbare Konsequenz. Wenn Regeln gelten, dann für alle. Und wenn sie für alle gelten, dann muss das auch erkennbar sein. Denn gefühlte Sonderbehandlung beschädigt das Klima schneller als jeder einzelne Streit.

Drittens: Neue Stimmen ernst nehmen – weil über 84 % sich nicht willkommen fühlen.
Mehr als 84 % fühlen sich als neuer oder fragender Nutzer eher nicht oder gar nicht willkommen. Knapp zwei Drittel sogar ausdrücklich „gar nicht“. Das ist alarmierend.
Zugleich nennen über 80 % die Dominanz einzelner User als Hauptursache für den rauen Ton, knapp 60 % sprechen von einer gewachsenen Insider-Kultur. Das passt zusammen. Wenn eine kleine, laute Gruppe Diskussionen prägt und eine eingespielte Insider-Struktur dominiert, fühlen sich neue Nutzer automatisch außen vor. Hier braucht es bewusst Raum für neue Stimmen – und auch die Moderation könnte aktiv fördern, statt nur zu reagieren.

Viertens: Klare Haltung gegenüber destruktivem Verhalten – weil über 92 % unangemessene Kommentare erlebt haben.
Über 92 % berichten von unangemessenen Kommentaren, die Mehrheit sogar mehrfach. Das ist kein Einzelfall, das ist Alltagserfahrung. Gleichzeitig wurde in den Freitexten mehrfach erwähnt, dass Trolle zu viel Aufmerksamkeit bekommen oder zu wenig Konsequenzen spüren.
Wenn destruktives Verhalten sichtbar bleibt und scheinbar folgenlos ist, entsteht ein Klima, in dem sich viele zurückziehen. Hier wäre eine klarere Linie – sichtbar und konsequent – ein starkes Signal. Nicht als Strafaktion, sondern als Schutz für die Mehrheit.

Fünftens: Verantwortung anerkennen – weil 85 % langjährige Nutzer in der Pflicht sehen.
Über 85 % der Teilnehmer sehen langjährige Nutzer in der größten Verantwortung für das Klima. Gleichzeitig nennen über 43 % auch die Moderation als maßgeblich verantwortlich. Das ist keine einfache Schuldzuweisung. Das ist eine differenzierte Sicht: Die Community sieht Verantwortung auf mehreren Ebenen.
Langjährige Nutzer prägen Kultur. Moderation setzt Rahmen. Und wenn beide Ebenen nicht harmonieren, entsteht Reibung. Vielleicht ist genau hier der Ansatzpunkt: Weniger Fronten, mehr Dialog. Weniger stilles Aushalten, mehr sichtbare Kommunikation.

Sechstens: Das Problem ist nicht „gefühlte Empfindlichkeit“, sondern strukturelle Erfahrung.
Wenn über 92 % unangemessene Kommentare erebt haben – und der Großteil davon mehrfach – dann sprechen wir nicht über einzelne Missverständnisse oder überempfindliche Nutzer. Dann sprechen wir über wiederkehrende Muster. Das bedeutet: Der raue Ton ist kein Zufallsprodukt einzelner Tage oder hitziger Diskussionen. Er ist für viele zur Normalität geworden. Und Normalität ist der gefährlichste Zustand – weil man sich irgendwann daran gewöhnt.

Siebtens: Die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung ist enorm.
OMSI gilt oft als leidenschaftliche, engagierte Community mit hohem Fachwissen und starken Projekten. Doch wenn über 84 % sich als neue Nutzer nicht willkommen fühlen, passt dieses Selbstbild nicht zur gelebten Realität vieler Teilnehmer.
Hier entsteht eine Diskrepanz: Intern sieht man sich vielleicht als direkt, ehrlich und kompetent. Extern wird es als rau, abschreckend oder abwertend erlebt. Diese Differenz muss anerkannt werden, bevor sie überbrückt werden kann.

Achtens: Dominanz einzelner Nutzer ist kein Nebeneffekt – sondern Kernproblem.
Über 80 % nennen die Dominanz einzelner User als Hauptursache. Das ist eine extrem hohe Zahl.
Das bedeutet: Viele Diskussionen scheinen von wenigen Personen geprägt zu werden. Wenn immer die gleichen Stimmen laut sind und Diskussionen dominieren, entsteht automatisch ein Machtgefälle. Neue oder ruhigere Mitglieder ziehen sich zurück. Hier könnte Moderation gezielt für Ausgleich sorgen – nicht durch Verbote, sondern durch Strukturierung von Diskussionen.

Neuntens: Die Kritik an der Teambesetzung – „interne Bubble statt offenes Gremium“.
Ein Punkt, der in den Freitexten auffällig häufig und deutlich formuliert wurde, betrifft die Zusammensetzung des Teams. Mehrere Teilnehmer beschreiben die Struktur sinngemäß als „Freund holt Freund“, als gewachsenes Netzwerk aus bekannten, langjährigen Personen – eine interne Bubble.

Das Problem dabei ist nicht Freundschaft. Das Problem ist Wahrnehmung. Wenn ein Team überwiegend aus langjährigen, miteinander vertrauten Personen besteht, entsteht schnell der Eindruck einer geschlossenen Struktur. Und genau diesen Eindruck schildern viele Teilnehmer: Man habe das Gefühl, dass Sorgen von Neulingen oder weniger bekannten Mitgliedern nicht wirklich verstanden oder nachempfunden werden, weil das Team selbst in einer stabilen, internen Komfortzone agiert.

Hier entsteht eine gefährliche Distanz:
Während über 84 % sagen, sie fühlen sich als neue Nutzer nicht willkommen, entsteht parallel der Eindruck, dass das Team diesen Frust gar nicht richtig wahrnimmt – oder zumindest nicht in seiner Tiefe. Wenn über 90 % den Ton als rau empfinden, aber innerhalb der Strukturen offenbar kein entsprechender Alarm ausgelöst wird, wirkt das nach außen wie ein Wahrnehmungsdefizit.

Und genau hier stellt sich eine zentrale Frage:
Tä­te es nicht gut, bewusst externe Energie hereinzuholen? Neue Perspektiven? Menschen, die nicht Teil der langjährigen Strukturen sind?

Externe Impulse könnten helfen, blinde Flecken zu erkennen. Sie könnten helfen, Nähe zur aktuellen Community-Stimmung herzustellen. Sie könnten helfen, Strukturen zugänglicher zu machen. Denn wenn ein Team überwiegend aus einem gewachsenen Freundeskreis besteht, besteht die Gefahr, dass Kritik nicht als strukturelles Signal, sondern als Einzelfall wahrgenommen wird.

Und Zehntens: Insider-Kultur kann unbewusst ausschließend wirken.
Knapp 60 % nennen eine gewachsene Insider-Kultur als Problem. Das heißt nicht, dass Insider grundsätzlich schlecht sind. Aber eine starke interne Sprache, alte Konflikte oder Running Gags können für Außenstehende wie eine geschlossene Gesellschaft wirken.
Hier wäre die Frage: Wie kann man bestehende Community-Kultur bewahren, ohne neue Nutzer auszuschließen?

Gerade die Moderation steht dabei in einer besonderen Rolle: Sie ist nicht nur Regelhüter, sondern auch Kulturträger. Und vielleicht ist es genau hier der Punkt, an dem man ansetzen sollte – mit mehr Offenheit, klareren Leitlinien und aktiverer Kommunikation. Denn wenn über 90 Prozent ein Problem wahrnehmen, dann geht es nicht mehr um Einzelfälle. Dann geht es um Struktur.

Uns ist wichtig: Dieses Projekt war nie als Abrechnung gedacht. Es geht nicht darum, jemanden „bloßzustellen“. Es geht darum, konstruktiv in den Dialog zu gehen und nach vorne zu schauen.

Denn am Ende geht es nicht darum, wer „recht“ hat.
Es geht darum, ob wir eine Community wollen, in der man sich gegenseitig respektiert – auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist.

Die Zahlen sind da. Die Wahrnehmung ist deutlich.
Jetzt liegt es an uns allen, daraus etwas zu machen.

Wie empfindest du den aktuellen Ton in der OMSI-Community? Hast du selbst schon negative Erfahrungen gemacht? Fühlst du dich im Forum oder in Diskussionen willkommen?

Über den Autor

Ich bin der fleißige Schreiber der Artikel für die Simulatoren-News.

Falls ihr Fragen zu Artikeln etc. habt, meldet euch bitte beim Team über das Ticketsystem.

Kommentare 3

Also wenn man schon sieht, wie es bei den Forum abgeht wegen KI, dann sieht man es genau. Jemand postet was und jemand der halt der woken Bubble angehört bettelt, dass User gesperrt werden, nur weil die nicht seinen Weltbild entsprechen. Dann die Thematik mit Ahlheim 5, nur weil manche User nicht richtig lesen können, dann fühlen die sich gleich angegriffen. Das Forum muss dringend überarbeite werden, wenn jemand explizit verlangt User sollen gesperrt, dann sollte der User gesperrt werden, egal welcher Glaubensrichtung er angehört.

Jetzt bin ich aber stutzig... In wie fern sollen "nicht-woke" Nutzer gesperrt werden und für welchen Content genau? Das wäre mir nämlich sehr neu im Webdisk-Forum.

würde eher widersprechen die user werden nie gesperrt auch wenn sie monatelang auf dem Discord herumtrollen. glaube aber den punkt den du anspricht ist, dass einzelne user zu viel macht haben, nur weil die den nlc oder eine andere karte gemoddet haben