Karlsruhe hatte es, Braunschweig wollte es auch: Was aus der RegioStadtBahn wurde: Schon fast Realität – und dann doch gescheitert!

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Die Idee war ehrgeizig und orientierte sich am Karlsruher Modell: Regionalzüge sollten direkt aus dem Umland ins Stadtzentrum fahren können, ohne Umstieg, ohne Systembruch. Bahn trifft Straßenbahn. Stadt trifft Region. Was heute selbstverständlich klingt, war Ende der 1990er Jahre ein echtes Zukunftsprojekt.

In einer ersten Ausbaustufe sollte ein riesiges Netz entstehen. Geplant war eine Verbindung zwischen Uelzen, Wittingen, Gifhorn, Braunschweig, Salzgitter, Schöppenstedt, Wolfenbüttel, Vienenburg, Goslar und Bad Harzburg – inklusive zahlreicher Orte dazwischen. In Nord-Süd-Richtung hätte sich das Netz über rund 125 Kilometer erstreckt. Für eine Regionalstadtbahn ein enormer Radius.

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(C) DooMMeeR auf Wikipedia unter der Lizenz Gemeinfrei

Der Schlüssel lag im Stadtgebiet Braunschweig. Auf einer etwa vier Kilometer langen Durchfahrtsstrecke sollten sich die normalspurige RegioStadtBahn und die auf 1100 Millimeter Spurweite fahrende Braunschweiger Straßenbahn die Trasse teilen. Möglich machen sollte das ein Dreischienengleis, das beide Systeme aufnehmen kann. Genau deshalb wurden zwischen 1999 und 2000 bereits am Berliner Platz und an der Mühlenpfordtstraße entsprechende Gleise verlegt, später – 2006 – auch am Bohlweg.

Damit war es aber nicht getan. Die geplanten RegioStadtBahn-Fahrzeuge wären breiter gewesen als die bestehenden Straßenbahnen. Das hätte umfangreiche Umbauten an Haltestellen im Stadtgebiet nötig gemacht. Die gesamte Durchfahrtsstrecke wurde in neun Lose unterteilt, von denen bis Juli 2009 einige bereits planungsrechtlich abgeschlossen waren, andere sich noch im Planfeststellungsverfahren befanden.

Doch während auf dem Papier immer weiter geplant wurde, begann sich ein Problem abzuzeichnen, das viele Verkehrsprojekte kenntlich beendet: die Kosten.

Ursprünglich sollten 29 Duo-Fahrzeugeinheiten rund 106 Millionen Euro kosten. Neue Berechnungen, zusätzliche Sicherheitsauflagen und technische Anforderungen ließen diese Summe jedoch auf 206 Millionen Euro steigen – fast eine Verdopplung. Zum Vergleich: Die RegioTram Kassel hatte wenige Jahre zuvor 28 Fahrzeuge für rund 80 Millionen Euro beschafft.

Der entscheidende Schlag kam am 1. Oktober 2010. Eine neue Kosten-Nutzen-Analyse senkte den Wirtschaftlichkeitsfaktor des Projekts von 1,4 auf 0,8. Und diese Zahl hatte eine klare Bedeutung: Ein Wert unter 1,0 schließt eine Bundesförderung aus. Da auch das Land Niedersachsen nicht bereit war, die fehlenden Mittel zu übernehmen, war das Projekt finanziell nicht mehr darstellbar.

Damit endete die RegioStadtBahn Braunschweig nicht mit einem großen Abbruch, sondern mit einem nüchternen Satz: nicht finanzierbar. Zurück blieben Planungen, Studien – und eben jene Dreischienengleise, die bis heute zeigen, wie konkret diese Vision einmal war.

Hast du die Dreischienengleise in Braunschweig schon bewusst wahrgenommen? Hättest du die RegioStadtBahn im Alltag genutzt? Findest du das Karlsruher Modell für andere Städte sinnvoll?

(C) Brunswyk auf Wikipedia unter der Lizenz CC BY-SA 3.0

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Comments 2

Krass das man schon neue Gleise verlegt hatte obwohl die Planungen für den Rest der Strecke und auch die Fahrzeugbeschaffungen noch nicht abgeschlossen waren. Da hat wohl irgendjemand gut dran verdient diese Gleise zu bauen und am Ende war das natürlich verschwendetes Geld.

Dann lieber die Strecken sanieren ohen vorleistungen um zwei jahre später die selben stellen aufzureißen um mehr geld zu verbrennnen