Dieser Zug-Simulator funktioniert völlig anders als alles, was du kennst – und genau das macht ihn so faszinierend!

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Im JR East Train Simulator sitzt du nicht in einer nachgebauten Umgebung, sondern blickst auf hochauflösendes Videomaterial, das direkt aus dem Führerstand eines Zuges aufgenommen wurde. Die Strecke ist real, jede Kurve, jeder Bahnübergang, jede Häuserzeile existiert genau so auch außerhalb des Spiels. Kombiniert wird dieses Video mit einem Simulationssystem, das Geschwindigkeit, Bremsen, Fahrplan und Zugsicherung auswertet. Dazu kommen äußerst realistische Geräusche: Motoren, Rollgeräusche, Schienenstöße, Bremsen, Kompressor, Bahnübergänge – alles exakt so, wie man es aus einem echten Führerstand kennt. Ergänzt wird das Ganze durch fotorealistische Führerstände mit animierten Anzeigen für Geschwindigkeit, Bremsstellung und Sicherungssysteme.

Spielerisch geht es dabei um klassische Aufgaben, die jeder kennt, der sich für Bahn-Simulationen interessiert: den Fahrplan einhalten, Geschwindigkeiten korrekt fahren, Signale beachten und den Zug möglichst punktgenau am Bahnsteig zum Stehen bringen. Systeme wie Sifa, ATS und eine AFB-ähnliche Geschwindigkeitssteuerung sind vorhanden und müssen beherrscht werden.

Natürlich bringt diese Technik auch Einschränkungen mit sich. Eine Außenansicht gibt es nicht, ebenso wenig einen Blick nach links oder rechts. Tageszeit und Wetter lassen sich nicht ändern, und die Strecke läuft immer gleich ab. Auch das freie Erkunden der Umgebung ist unmöglich. Ich persönlich kann mit diesen Einschränkungen gut leben, weil der Fokus klar auf dem Fahren selbst liegt. Ein weiterer Punkt: Der Simulator bietet nicht alle Strecken vollständig an. Erst zusätzliche DLCs schalten weitere Abschnitte frei.

Besonders spannend ist jedoch die technische Seite hinter dem Konzept. Im Kern funktioniert der JR East Train Simulator so, dass das Spiel auf das Video reagiert. Vereinfacht gesagt: Beschleunigst du, läuft das Video schneller. Bremst du, wird das Video entsprechend verlangsamt. Steht der Zug, stoppt das Video. Die Stellen, an denen der echte Zug im Originalmaterial anhält, wurden vorher herausgeschnitten. Das System prüft permanent den aktuellen Zustand – Geschwindigkeit, Bremsen, Stillstand – und passt die Wiedergabe des Videos entsprechend an. In Japan ist diese Technik in Simulatoren deutlich verbreiteter und hat einen großen Vorteil: Die Spielwelt existiert bereits, sie muss nicht künstlich gebaut werden.

Der Preis dafür ist allerdings klar: Es gibt kaum Eingriffsmöglichkeiten. Weichst du vom vorgesehenen Ablauf ab, reagiert das gesamte System darauf. Bremst du auf freier Strecke stark ab, verlangsamt sich nicht nur dein Zug – theoretisch bremst damit auch jeder andere KI-Zug im „System“, weil alles an dasselbe Videomaterial gekoppelt ist.

Bilder:

Link: https://store.steampowered.com/app/2111630/JR…Train_Simulator

JR East Train Simulator kann von dir kostenlos getestet werden und sollte es dir gefallen, kannst du dir das Hauptspiel mit dutzenden DLCs erwerben.

Kanntest du den JR East Train Simulator bereits? Hast du schon einmal einen Video-basierten Simulator gespielt? Findest du das Konzept realistischer als klassische 3D-Simulationen? Würden dich die Einschränkungen stören?

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Comments 1

Hätte nicht gedacht, das es sowas wirklich als Spiel auf Steam gibt. Ist halt sehr simpel gemacht im Vergleich zu anderen Simulationen.

Also ich hatte mal vor 2-3 Jahren bei einer Veranstaltung im DB-Museum Koblenz einen ähnlichen Simulator gespielt. Das war allerdings mit einer BR110 bzw. einer deutschen Strecke. Besonders war, das das ganze mit einem originalgetreuen Führerpult gekoppelt war und man damit das ganze gesteuert hatte. Also richtig am Verstellrad für die Fahrstufen drehen oder den Bremshebel usw. bedienen.

Das war so ein Selbstbau-Projekt und dafür schon recht beeindruckend. Das Video der Strecke lief dann entsprechend schneller oder langsamer. Blieb man stehen, hielt das Video einfach an. Natürlich hielten dann auch alle anderen Züge oder Objekte im Bild an. Auch Autos auf der Straße oder Personen an den Bahnsteigen etc. bewegten sich dann schneller oder langsamer. Und beim Rückwärtsfahren wurde es richtig verrückt. Mir wurde gesagt, das man das ganze schon vor längerer Zeit gebaut hatte, wo 3d-Simulationen noch nicht so gut waren und sowas eben die einfachste Möglichkeit war das umzusetzen. Zu der Zeit gabs höchstens nur den MSTS.

Der Simulator in dem Artikel kam ja 2022 raus. Die Technik dahinter ist also nicht neu. Aber verglichen mit anderen Simulationen heute ist das ganze natürlich extrem eingeschränkt und die genannten Nachteile von dem Video bestehen ja weiterhin. Ist halt höchstens was für Leute, die so eine Technik cool finden. Im Grunde genommen ist das ja nur ein Video-Player mit ein paar Extras. Da könnte ich mir auch eine Führerstandsmitfahrt auf Youtube anschauen, so ein riesen Unterschied ist das ja gar nicht.

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