Warum ich äußerst ungern mit dem ICE 4 fahre...
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Fangen wir bei den Sitzplätzen an. Warum gibt es so wenige Viererplätze mit breitem Tisch? Stattdessen dominiert eine Zwei-Sitz-Bestuhlung mit schmalem Klapptisch am Vordersitz, auf den oft nicht einmal ein normaler Laptop richtig passt. Produktives Arbeiten ist so kaum möglich. Dazu kommt, dass die Sitze selbst für mein Empfinden einfach unbequem sind. Nach spätestens drei Stunden fängt man an, sich ständig hin und her zu drehen, die Position zu wechseln und irgendwie Halt zu suchen.
Zu zweit wird es noch unangenehmer. Zwei normal gebaute Erwachsene sitzen im ICE 4 extrem eng nebeneinander. Schulter an Schulter, Schulter an Wand – es fühlt sich schnell wie ein dauerhaftes Drücke- und Kuschelfest an, ohne dass man das möchte. Rückzugsräume wie klassische Abteile fehlen fast komplett, und auch Vierergruppen sind für meinen Geschmack viel zu selten.
Ein weiterer großer Frustpunkt sind die Steckdosen. Kennst du das auch? Du steigst ein, willst arbeiten, steckst dein Ladegerät ein – und nichts passiert. Oder es lädt kurz und bricht bei jeder Weiche wieder ab. Die Steckdosen im ICE 4 wirken extrem ausgeleiert. Eurostecker wackeln, Schukostecker sitzen oft genauso locker, und Laden wird zum Glücksspiel.
Technisch ist das leider gut erklärbar. Die verbauten Schuko-Steckdosen sind eigentlich für feste Schutzkontaktstecker gedacht. Eurostecker funktionieren nur über Reibung, und genau diese scheint im ICE 4 häufig nicht mehr ausreichend zu sein. Abgenutzte Buchsen, hohe Nutzungsfrequenz, Vibrationen im Fahrbetrieb – all das sorgt dafür, dass selbst leichtes Rütteln den Kontakt unterbricht. Wenn sogar Schukostecker keinen festen Halt mehr finden, ist klar, dass die Mechanik insgesamt nachgegeben hat.
Was mich zusätzlich stört, ist die Beleuchtung. In älteren ICE-Modellen ließ sich die Farbtemperatur angenehmer regeln. Im ICE 4 sitzt man nachts oft in grellem, kühlem Licht, das eher an ein Kühlhaus erinnert als an eine entspannte Zugfahrt.
Unterm Strich fühlt sich der ICE 4 für mich wie ein Zug an, der auf dem Papier modern ist, im realen Fernverkehr aber an vielen kleinen, entscheidenden Punkten scheitert. Für kurze Strecken mag das alles noch gehen. Für lange Fahrten suche ich mir, wenn möglich, lieber eine Alternative.
Wie empfindest du den ICE 4 auf langen Strecken? Findest du die Sitze bequem? Kannst du im ICE 4 gut arbeiten? Welche ICE-Baureihe magst du am liebsten?
(C) Deutsche Bahn AG / Frank Barteld
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