ICE-Quietschen – steckt wirklich nur die Kurve dahinter?
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Das typische Quietschen entsteht durch Reibung zwischen den Rädern und den Schienen. Die Ursache liegt im grundsätzlichen Aufbau nahezu aller modernen Züge: ICEs fahren auf starren Radsätzen, bei denen zwei Räder fest miteinander verbunden sind und sich immer exakt gleich schnell drehen. In Kurven müsste das äußere Rad jedoch eigentlich einen längeren Weg zurücklegen als das innere. Weil beides nicht möglich ist, kommt es zu einem kleinen, aber wirksamen physikalischen Konflikt – Schlupf entsteht, die Räder gleiten leicht über die Schiene, und genau diese Reibung erzeugt das bekannte Geräusch. Besonders in engen Bahnhofs- und Stadtkurven ist es gut hörbar, aber auch bei niedrigen Geschwindigkeiten oder Bremsvorgängen.
Moderne Züge quietschen teilweise stärker als ältere. Das hat mehrere Gründe: Viele ICE-Baureihen wie der ICE 3 oder ICE 4 setzen auf besonders leichte Drehgestelle, um Energie zu sparen und effizienter zu fahren. Leichte Bauweise bedeutet aber auch weniger Materialmasse, die Geräusche absorbiert. Dazu kommen moderne Bremsbeläge und Rad-Schiene-Materialien, die ebenfalls akustisch auffälliger sein können. Außerdem rollt der Bahnverkehr heute häufiger durch dichte Weichenbereiche und enge Gleisgeometrien, was das Geräusch zusätzlich begünstigt.
Sicherheitsrelevant ist das Quietschen dagegen kaum. Im Normalfall handelt es sich um ein rein physikalisches Nebenprodukt des Radsatzkonzepts. Defekte oder übermäßiger Verschleiß sind nicht die Ursache – und wenn es tatsächlich ungewöhnliche Geräusche gäbe, würden moderne Sensorsysteme sie erkennen, lange bevor ein Fahrgast sie wahrnimmt. Für Fahrgäste bedeutet das: So unangenehm das Geräusch sein kann, gefährlich ist es nicht.
Um das Quietschen zu reduzieren, arbeiten Hersteller an verschiedenen Lösungen. Dazu gehören Schmieranlagen in engen Kurven, modifizierte Radprofile, Reibungsmodifikatoren, geräuschdämmende Bauteile und optimierte Bremsmaterialien. Komplett vermeiden lässt sich das Geräusch aber nur schwer, solange Züge auf klassischen starren Radsätzen fahren. Alternative Technologien wie Einzelradfahrwerke oder aktiv gelenkte Achsen sind zwar deutlich leiser, aber für Hochgeschwindigkeitszüge bislang zu teuer, zu komplex oder zu wartungsintensiv.
Trotzdem gibt es Hoffnung: Neue Materialien, intelligente Steuerungen und weiterentwickelte Fahrwerke könnten künftige Zugmodelle leiser machen. Bis dahin bleibt uns das Quietschen vermutlich erhalten – als akustische Erinnerung daran, dass selbst modernste Technik manchmal an jahrzehntealten Prinzipien festhängt.
Hast du das ICE-Quietschen selbst schon erlebt? Findest du das Geräusch störend oder ignorierbar?
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