Sprinter-ICE: Warum der schnellste Zug Deutschlands so oft ausgebremst wird

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Der wichtigste Faktor liegt im deutschen Schienennetz selbst. Hochgeschwindigkeit ist nur dort möglich, wo die Strecke dafür ausgelegt ist – und das trifft in Deutschland nur auf ausgewählte Korridore zu. Ein Sprinter kann technisch zwar über 300 km/h fahren, aber wenn die Strecke aufgrund von Baustellen, Überholungen oder Engpässen auf 160 oder sogar 120 km/h begrenzt ist, helfen auch modernste Züge wenig.

Ein weiteres Problem sind die sogenannten Trassenkonflikte. Ein Sprinter benötigt freie Fahrt, doch der Großteil des Netzes ist mit Regionalzügen, Güterverkehr und regulären ICE-Verbindungen eng getaktet. Wenn ein langsamerer Zug vor dem Sprinter fährt, muss er abbremsen – teilweise erheblich. Selbst wenige Minuten Verzögerung reichen aus, um die beworbene Zeitersparnis zunichtezumachen.

Hinzu kommen Baustellen. Deutschland arbeitet sich seit Jahren durch eine lange Liste an Erneuerungsprojekten, die immer wieder Teilabschnitte blockieren, Geschwindigkeiten drosseln oder Umleitungen notwendig machen. Ein Sprinter, der eigentlich freie Fahrt haben sollte, fährt plötzlich durch Baustellenbereiche und verliert wertvolle Minuten.

Auch die Priorisierung spielt eine Rolle. In der Theorie erhalten Sprinterzüge Vorrang vor anderen Fernverkehrsverbindungen. In der Praxis müssen jedoch Systemstabilität, Anschlüsse und Verkehrsfluss berücksichtigt werden. Deshalb kommt es vor, dass Sprinterzüge zugunsten anderer Verkehre warten oder Geschwindigkeit reduzieren müssen.

Ein kaum beachteter Punkt ist außerdem die Tatsache, dass die Strecke zwar auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sein kann, aber die Übergänge zwischen unterschiedlichen Netzabschnitten oft bremsende Faktoren darstellen. Ein Sprinter holt seine Geschwindigkeit nur dort heraus, wo mehrere Kilometer am Stück frei und technisch geeignet sind – und das ist im täglichen Betrieb selten der Fall.

Unterm Strich bleibt: Der Sprinter ist ein schneller Zug, aber das System, in dem er fährt, ist oft nicht schnell genug. Erst ein deutlicher Ausbau der Infrastruktur, zuverlässig freie Trassen und weniger Engpässe können dafür sorgen, dass der Sprinter auch das hält, was sein Name verspricht.

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, dass ein Sprinter kaum schneller war als ein normaler ICE? Welche Strecke erlebst du persönlich als am stärksten ausgebremst?

(C) Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

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