Braucht München wirklich eine zweite Schienenlinie nach Pasing? Warum eine U-Bahn, wenn oben schon Schienen liegen?
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Die U5-Verlängerung ist keine neue Idee. Schon vor 2005 befand sich die Strecke im Planfeststellungsverfahren, erste Haushaltsmittel wurden 2008 eingeplant. Trotzdem stagnierte das Thema lange, weil die parallele Verkehrsführung für Diskussion sorgte: Über der geplanten Tunnelstrecke fahren schon heute die S-Bahn sowie die Tramlinie 19. Kritiker stellten deshalb die Frage, ob ein zusätzlicher U-Bahn-Tunnel tatsächlich einen spürbaren Mehrwert bringt.
Mehrere Fahrgastverbände argumentierten dagegen anders. Wenn schon gebaut wird, dann vielleicht nicht nur bis Pasing – sondern weiter über die Blumenau, wo bis heute (Stand Mitte 2022 und weiterhin aktuell) lediglich Busse verkehren. Diese Idee sollte ein Gebiet besser anbinden, das vom schienengebundenen Nahverkehr weitgehend abgehängt ist. Doch umgesetzt wurde diese Variante nicht.
2013 wurden vom Stadtrat neue Planungen beauftragt, und 2015 folgte der Beschluss zum Bau. Die Strecke soll etwa 3,8 Kilometer lang werden und über die Stationen Baumschule Laim (ehemals Willibaldstraße) und Am Knie zum Fernbahnhof Pasing führen. Der dort entstehende U-Bahnsteig liegt bewusst tief – als Vorbereitung für eine zukünftige Verlängerung nach Freiham.
Die Zeitpläne haben sich seitdem immer wieder verschoben. 2015 rechnete man noch mit sechs Jahren Bauzeit und 547 Millionen Euro Kosten. Inzwischen sieht die Realität anders aus:
- Planfeststellung bis Baumschule Laim: 2019
- Planfeststellung bis Pasing: 2021
- Baubeginn: Januar 2022
- Geplante Eröffnung: 2030 bis Laim, 2034 bis Pasing
Auch die Kosten sind stark gestiegen. 2022 sprach man von 988 Millionen Euro, im Dezember 2023 bereits von 1,3 Milliarden. Ein Teil davon soll durch Bundesmittel gedeckt werden, aber noch nicht alle Fördergelder sind endgültig zugesagt.
Im September 2023 folgte schließlich noch ein Rechtsstreit: Die DB Station&Service klagte gegen den Planfeststellungsbeschluss wegen Einschränkungen am Bahnhof. Kurz danach einigte man sich gerichtlich – das Projekt läuft weiter.
Und trotzdem bleibt die zentrale Frage offen:
Erzeugt die U5-Verlängerung den verkehrlichen Nutzen, den ein Milliardenprojekt rechtfertigt?
Befürworter sehen einen entscheidenden Kapazitätsgewinn und eine Entlastung stark genutzter Strecken. Kritiker verweisen darauf, dass die S-Bahn und die Tram 19 bereits vorhanden sind – und mögliche Alternativen, wie eine Führung Richtung Blumenau, wurden verworfen.
Es gibt also Argumente in beide Richtungen. Die Fakten liegen auf dem Tisch – aber die Bewertung bleibt am Ende eine Frage des Blickwinkels.
Was denkt ihr:
Braucht München die U5-Verlängerung nach Pasing wirklich – oder wäre das Geld an anderer Stelle besser investiert?
Welche Lösung würde euch im Alltag mehr helfen: zusätzliche U-Bahn-Kapazität oder ein Ausbau dort, wo heute noch nur Buslinien fahren?
Bild von Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons by sa 3.0
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