Kölns Nord-Süd-Stadtbahn: Warum das Milliardenprojekt einfach nicht fertig wird

Gebaut wird seit Anfang der 2000er, die ersten Abschnitte gingen schon 2012 und 2015 ans Netz. Wer heute in Köln mit der Linie 5 oder 17 fährt, nutzt also bereits Teile der neuen Strecke. Doch das Herzstück – die Durchfahrt unter der Altstadt mit Stationen wie Rathaus oder Heumarkt – ist bis heute nicht komplett nutzbar. Besonders berüchtigt: der Abschnitt rund um den Waidmarkt, wo der wohl tragischste Unfall der Stadtbahngeschichte passierte.

Geplant ist insgesamt eine Strecke von knapp 6,6 Kilometern. Klingt eigentlich machbar, doch die Realität sieht anders aus. Die zweite Baustufe – ein Abzweig zur Rheinuferbahn – läuft schon, die dritte Baustufe entlang der Bonner Straße ist in Arbeit und soll Ende 2027 fertig werden. Und die vierte Baustufe, weiter raus nach Rondorf und Meschenich, ist bisher nicht mehr als Planung auf Papier. Offiziell heißt es, die Gesamtinbetriebnahme soll Anfang der 2030er Jahre erfolgen. Wer Köln kennt, rechnet aber wohl lieber mit ein paar Jahren mehr.

Warum das Ganze überhaupt? Die Nord-Süd-Stadtbahn soll zwei Probleme lösen: Sie entlastet den völlig überlasteten Innenstadt-Tunnel und sorgt gleichzeitig für schnellere Direktverbindungen von Norden nach Süden. Wer einmal im Berufsverkehr in Köln unterwegs war, versteht sofort, warum das Sinn ergibt.

Übrigens: Wer sich das Ganze auch virtuell anschauen will – im OMSI 2 Add-on Köln ist die Baustelle bereits umgesetzt. Zwischen den Haltestellen Waidmarkt und Severinstraße könnt ihr mit der Linie 132 genau dort vorbeifahren, wo damals das historische Archiv der Stadt Köln eingestürzt ist. Dazu folgt morgen ein eigener Artikel mit allen Hintergründen!

Was denkt ihr? Ist die Nord-Süd-Stadtbahn ein wichtiges Projekt, das Kölns Verkehr endlich ins 21. Jahrhundert katapultiert? Oder ist es eher ein Symbol für endlose Verzögerungen und explodierende Kosten? Glaubt ihr an den Termin „Anfang der 2030er“ – oder erwartet ihr, dass wir 2040 noch immer über die Fertigstellung sprechen?

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Comments 1

Das Problem ist, das der ÖPNV in Köln einfach unterfinanziert ist und dort halt Jahrzehnte immer gespart und gekürzt wurde. Die Stadt müsste endlich mal Geld investieren und aufhören, da ständig nur Kosten zu optimieren. Da wird dann gemeckert, das alles marode sei und die Bahnen sowie Busse unpünklich sind. Klar, wenn man nichts investieren will... Bei der Nord Süd Stadtbahn hätte es evtl. keinen Einsturz gegeben, wenn man da alles vernüftig gemacht hätte und nicht möglichst günstig. Denn das hat ja erst zu diesem Chaos geführt, zugeben wills nur keiner.