Community-Frust, Entwickler-Stolz und die Frage: Warum ist ein so vielversprechendes Projekt kommunikativ so schwierig? - Eine Analyse zum LOTUS Simulator und dem Video von EinfachMory!

Das erste Video:

Der Entwickler reagiert – irgendwie.

Statt sich offen mit dem Video auseinanderzusetzen, erklärte Marcel Kuhnt von Oriolus Software sinngemäß, er habe sich das Video gar nicht angesehen, weil er keine objektive Auseinandersetzung erwartet habe. Gleichzeitig hält er den LOTUS Simulator schon seit 2022 für „benutzbar“. Das darf man natürlich so sehen – muss man aber nicht. Für viele in der Community fühlt sich diese Haltung herablassend an. Offenheit? Fehlanzeige. Eine echte Chance, mit der Community in Dialog zu treten, wäre das gewesen – verpasst.

Die ausführliche Antwort von Marcel Kuhnt ist übrigens auch Thema im neuesten Video von EinfachMory, das ebenfalls sehr empfehlenswert ist, wenn man verstehen möchte, woher die Kritik eigentlich kommt.

Hier ist das zweite Video:

Aprilscherz?

Ein weiteres Beispiel: Die Ankündigung des Wechsels auf die neue Engine Rust wurde am 1. April gemacht. Und ja – man konnte erstmal nicht sicher sein, ob das jetzt ein Scherz war oder eine offizielle Aussage. Für ein professionelles Entwicklerteam wirkt das... sagen wir mal: seltsam. Ernsthafte Kommunikation sieht anders aus – besonders, wenn man mit einem zahlenden Publikum spricht.

Holschuld statt Bringschuld

Dass viele wichtige Informationen nur über den hauseigenen Discord oder das Entwicklerforum verfügbar sind, passt ins Bild. Dort bestimmen die Entwickler, was gesagt werden darf – und wer mitreden darf. Kritische Stimmen verschwinden nicht selten, werden als „Hater“ abgestempelt oder als „ViewApp-Fanboys“ diffamiert. Wer im Forum dabei ist, weiß: Ohne Freischaltung sieht man nur einen Teil der Inhalte. Wer nicht stromlinienförmig mitschwimmt, hat es schwer. Es ist ein geschlossener Kreis – keine offene Community. Und genau das ist ein Problem.

Das Spiel? Spannend wie eh und je.

Aber um es nochmal klar zu sagen: Das Spiel selbst wird hier nicht schlechtgeredet. Die Grundidee von LOTUS – modular, realistisch, langfristig erweiterbar – ist nach wie vor absolut reizvoll. Und mit dem geplanten Wechsel auf die neue Engine geht auch technisch einiges in die richtige Richtung. Wenn alles so kommt, wie es jetzt angekündigt ist, kann LOTUS ein spannender Baukasten für Simulationen aller Art werden.

Aber was bringt das alles, wenn man als Community-Mitglied das Gefühl hat, nicht ernst genommen zu werden?

Was denkt ihr: Ist Kommunikation wirklich so wichtig – oder zählt am Ende nur das Ergebnis? Wie habt ihr die letzten Reaktionen rund um LOTUS wahrgenommen – sachlich oder daneben? Und vor allem: Welche Erwartungen habt ihr noch an das Projekt?

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Ich bin der fleißige Schreiber der Artikel für die Simulatoren-News.

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Comments 2

Jetzt gibts schon Teil 3 mit einem der Entwickler von Tram Düsseldorf. Mich überrascht ja an der ganzen Geschichte, das man innerhalb der Lotus Forums so viel über die Omsi 2 Community und vermeintliche "Hater" diskutiert. Finde, man sollte sich um den Simulator selber kümmern. Das man dann innerhalb des Forums die Kritik löscht bringt ja nichts.

Lotus KÖNNTE ein guter Simulator werden, Aber das liegt an den Entwicklern. Die ganzen Infos muss man erstmal selber raussuchen, das macht ja kaum einer. Dann kommt man immer mit der Tools-EA, was ja kein schlechtes Konzept ist. Aber für über 6 Jahre nur eine Tools-EA, das ist ja schon ziemlich lang. Bringt doch nichts, wenn es in der Zeit nicht mal eine komplett fertige Linie oder was komplett fertiges zum Spielen gibt.

Kurzgesagt, mir gefällt die Grundidee von Lotus echt gut und ich hoffe natürlich weiterhin auf eine Fertigstellung. Es bleibt halt ein großer Wunsch von vielen Simulationsfans, das es man so ein Spiel mit diesem (geplanten) Funktionsumfang in fertig gibt. Finde das mit dem Forum echt schade, die Community hat man ja nicht gerade gut behandelt und hat sich da quasi einen Unterstützerkreis im Forum aufgebaut. Die ganzen Argumente der Lotus Unterstützer sind zum teil nicht wirklich nachvollziehbar. Die Idee des Simulators ist toll, keine Frage. Aber trotzdem gehts einfach nur sehr langsam und viel zu schleppend voran. Man will nicht zugeben, das man sich evtl. übernommen hat bzw. den Arbeitsaufwand überschätzt hat. Einfach schade um das ganze Projekt, man hätte jetzt schon ganz woanders stehen können.